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Junge Christen und Jungsozialisten begehren auf und wollen kirchliche Jugendarbeit reformieren

Junge Christen und Jungsozialisten begehren auf
und wollen kirchliche Jugendarbeit reformieren
 
1969 gründete sich der SPD-Ortsverein Südlohn Oeding. Von der Reformpolitik Willy Brandts begeistert, traten 1972/73 verstärkt Jugendliche aus Südlohn und Oeding der neuen Partei bei. 1973 gründete sich eine Jungsozialistenarbeitsgemeinschaft, die schnell aktiv wurde. Ihr Ziel war es, der konservativen Jugendpolitik in der Doppelgemeinde Südlohn/Oeding neue Impulse zu geben. Dazu sollte, zu Beginn, eine Veranstaltung mit den örtlichen Interessenvertretern der Jugendlichen dienen.
Auf Anregung der Aktionsgemeinschaft kritischer Christen (AKC) trafen sich am 8. Februar 1974 im Oedinger Jugendheim die Vertreter der Christlichen Arbeiterjugend, der Landjugend, der Jungsozialisten und der AKC zu einem Gespräch zur Vorbereitung einer Infoveranstaltung über die
Jugendarbeit in Südlohn, die für den 6. April geplant war.
Protest gegen das Treffen kam vom damaligen Pastor der Kirchengemeinde in Oeding. Als Hausherr des katholischen Jugendheimes übte er Kritik an der geplanten Veranstaltung. Er fürchtete, das Bestreben der Veranstalter ginge in die Richtung aus dem kath. Jugendheim eine "atheistische Begegnungsstätte" zu machen. Diese Bestrebungen lagen den jungen Christen und Akteuren fern. Ihnen ging es eher darum, die vorhandenen Aktivitäten durch Filme, Jugendfahrten, Diskussionen und Infoabende zu erweitern.
Die verantwortlichen Pastöre der Kirchengemeinden Südlohn und Oeding erkannten die Zeichen der Zeit nicht. Schon bald mussten sie erleben, wie  sich eine Vielzahl Jungen und Mädchen zu einer "Initiativgruppe Südlohner Jugendlicher" (IGSJ) zusammenschlossen, um eine von den Kirchenoberhäuptern unabhängige Jugendarbeit zu betreiben.